Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hinter dem Altar der Stiftskirche zunächst ein Holzkreuz aufgestellt, das mit einem gotischen Corpus aus der Marienkirche in Freyburg (Unstrut) ergänzt war. Diese Leihgabe musste jedoch im Jahr 2001 an ihren Herkunftsort zurückgegeben werden.
Um die entstandene Lücke zu schließen, erarbeitete die Evangelische Kirchengemeinde Quedlinburg gemeinsam mit der Kunstreferentin Bettina Seyderhelm ein Konzept für ein neues Kreuz. Die zentrale Vorgabe lautete, „dass die Christusfigur in der künstlerischen Sprache unserer Zeit dargestellt wird.“ Sie sollte „jubelnd, siegreich und triumphierend wirken, Hoffnung machen und Versöhnung ausstrahlen“ (Seyderhelm 2005, S. 18).
Sechs Künstler wurden zur Teilnahme zugelassen, von denen fünf schließlich Entwürfe einreichten. Im Jahr 2004 entschied sich die Jury in ihrer zweiten Sitzung für den Vorschlag des halleschen Künstlers Thomas Leu. Sein Entwurf überzeugte durch eine moderne und zugleich spirituelle Umsetzung der vorgegebenen Thematik.
Zum Osterfest 2006 erfolgte die Anbringung des neuen Triumphkreuzes in der Stiftskirche. Hergestellt aus Aluminium und leicht verkleinert im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf, bildet das Kreuz heute den visuellen Mittelpunkt hinter dem Altar. Es vereint die Darstellung des gekreuzigten Jesus mit dem aufstrebenden, auferstandenen Christus.
Die Gestaltung von Thomas Leu versinnbildlicht sowohl Leiden als auch Auferstehung und schafft damit eine Verbindung zur österlichen Botschaft. Neue Altarleuchter ergänzen das Ensemble und unterstreichen die moderne, zugleich würdige Atmosphäre in der hochromanischen Stiftskirche.
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